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Ziel: 2023 Ratsversammlung Itzehoe
Samstag, 23. Oktober 2021 | Geschrieben von: msallach

Nachwuchssorgen der Verwaltung

Fachkräftemangel und Nachwuchssorgen der Verwaltung

In den nächsten Jahren werden viele Fachkräfte in der Verwaltung aus Altersgründen ersetzt werden müssen. Dies ist eine große Herausforderung. Einerseits muss geeigneter Nachwuchs für die in Pension oder Rente gehenden Beschäftigten gefunden werden. Idealerweise kann dies durch Weiterbildung in den Reihen der eigenen Beschäftigten geschehen. Aber auch externe Bewerber*innen kommen in Frage, denn Erfahrungen aus anderen Verwaltungen in das Itzehoer Rathaus zu tragen bietet Lernpotenzial. Andererseits werden viele neue Fachkräfte benötigt. Mit oder auch ohne Berufserfahrung. Gerne auch Seiten- oder Quereinsteiger, wenn wir ein strukturiertes internes Traineeprogramm aufgestellt haben.

Ich bin mit meinen Grünen Fraktionskolleg*innen im Kreistag schon lange dabei, Möglichkeiten zur Entschärfung dieser Situation auf Kreisebene zu finden. Ausgebildete Mitarbeiter*innen für die öffentliche Verwaltung zu finden und zu gewinnen ist in Deutschland derzeit sehr schwierig. Dies liegt an unterschiedlichen Faktoren.

Als Politiker konnte ich bislang dazu beitragen, bedarfsgerecht neue Stellen zu schaffen, auch wenn diese dann häufig nicht, oder erst verzögert, besetzt werden konnten. Übergangs­weise können wir einige Aufgabenbereich ausgliedern und an externe Büros vergeben. Dieses kann aber keine langfristige Lösung sein.

Es wird mir oft dargestellt, dass die Vergütung im öffentlichen Dienst zu gering sei, um ge­eignete Bewerbungen zu erhalten. Ich sehe dies differenziert, denn Arbeit muss auch Freude bereiten. Wenn dies nicht gegeben ist, helfen höhere Bezüge nur kurze Zeit weiter.

Wie gestalten wir die Arbeitsumgebung mit sogenannten weichen Faktoren so attraktiv, das Mitarbeiter*innen gerne bei uns in der Verwaltung arbeiten? Hier hoffe und setze ich auch auf Vorschläge aus Reihen der Personalvertretung. Selbstverständlich bringe ich hierzu auch meine eigenen Erfahrungen zur Arbeits-Motivation mit.

Langfristig müssen wir auf mehr eigene Ausbildung setzen. Je mehr Menschen wir selber für die Ver­waltung ausbilden, desto mehr von diesen Fachkräften werden dann auch bei uns arbeiten wollen. Ich werde mich dafür einsetzen, dass wir möglichst weit über den eigenen Bedarf hinaus ausbilden, dadurch haben wir gute Chancen, zukünftige Personallücken zu schlie­ßen.

Um Auszubildende zu finden sollten wir das Thema Schülerpraktika nicht vernachlässi­gen. Sowohl in der Verwaltung als auch in der Selbstverwaltung können wir Schüler*innen der Gemeinschaftsschulen oder Gymnasien, aber auch die aus den Berufsfachschulen des rbz steinburg, für unsere Verwaltung interessieren. Zum Einen sind Praktikumsplätze für die Schüler*innen oft schwer zu finden, zum Anderen können Schüler*innen in diesem Al­ter sehr positiv in ihren persönlichen Vorlieben gestärkt werden. Wenn sich daraus der Wunsch ergibt, eine Ausbildung in der Verwaltung zu beginnen, dann haben wir viel für die Zukunft unserer Stadt erreicht.

Ich halte wenig davon, mit anderen Verwaltungen in SH in einen direkten Wettbewerb um Mitarbeiter*innen zu treten. Lediglich in wenigen, besonders ausgerichteten Aufgabenbe­reichen, wird sich dieses Werben nicht umgehen lassen. Hier würde ich mich zusam­men mit der Personalvertretung dann auch persönlich in die Rekrutierung einbinden.

Die Verwaltung der Stadt muss personell so leistungsfähig aufgestellt sein, dass sie effektiv den Itzehoer*innen dienen kann.

Für Itzehoe, eine Stadt für die Menschen.

Ihr

Manfred Sallach


Manfred Sallach

Manfred Sallach

Meine Familie und ich leben seit über zwanzig Jahren im Kreis Steinburg. Jetzt in Itzehoe. Ich bin politisch bei den Grünen aktiv, arbeite hauptsächlich als Lehrer und engagiere mich für Entwicklungsarbeit zusammen mit dem SES Bonn. Zusätzlich pflege ich Partnerschaften zu Tansania um die dortige Entwicklung zu unterstützen. Meine Interessen sind der Energiewandel und damit auch die Elektromobilität.