lass uns drüber reden

Ziel: 2023 Ratsversammlung Itzehoe
Donnerstag, 21. Oktober 2021 | Geschrieben von: msallach

Unsere Gesellschaft wird älter

Vier Kandidaten und eine Kandidatin,
da scheint die Wahl bei Grünen in Deutschland einfach zu sein.
Dies ist bei unserer Bürgermeister*innen Wahl in Itzehoe aber nicht so. Der Grüne Kandidat bin ich und ich hoffe durch meine Persönlichkeit und insbesondere meine Erfahrungen zu punkten.

Alle Bewerber*innen hatten am Dienstag den 19.10.21 im Theater Itzehoe die Möglichkeit sich erstmalig einer größeren Itzehoer Öffentlichkeit zu präsentieren. Das ich der Einzige bin, der Grüne Themen wie den Klimaschutz, ansprach, spricht Bände.

Die anschließenden Fragen der Wähler*innen zeigten uns einige Anforderungen an unsere zukünftige Aufgaben.

Mit einer großen Wähler*innen Gruppe, den über 60 Jährigen, stehen entsprechende Wünsche im Raum. Diese Wünsche sind jedoch unterschiedlich, denn die sogenannten Senioren haben sehr verschiedene Lebensläufe. So gibt es sehr aktive Menschen, die sich in Politik, Vereine und Interessengruppen einbringen. Es gilt, diesen Menschen Möglichkeiten offen zu halten und ihr Wirken zu unterstützen. Wir, unsere Gesellschaft, brauchen diese Lebenserfahrung und die aufgebrachte Zeit zur positiven Weiterentwicklung.

Natürlich gibt es auch oft körperliche Einschränkungen, nicht nur altersbedingt, die das tägliche Leben erschweren. Welche Unterstützung kann die Stadt, kann das Rathaus hier geben? Daseinsvorsorge ist ein Stichwort.
Wenn man, wie auch meine Frau, nicht mehr gut zu Fuß unterwegs ist, benötigt man entweder kurze Wege zum Einkaufen oder entsprechende Lieferangebote. Wer auf Rollator oder Rollstuhl angewiesen ist darf nicht an Kantsteinen, Zuwegungen oder Eingängen öffentlicher Gebäude scheitern. Wessen Hausarzt in Rente gegangen ist, der benötigt schnell und in der Nähe eine neue Ärztin oder Arzt.

Aber auch die Freizeitangebote, insbesondere die, bei denen sich Menschen aller Altersgruppen begegnen und austauschen, müssen vorhanden sein. Hierbei spielen Volkshochschule, Vereine aber auch öffentliche Plätze und Räume der Begegnung eine wichtige Rolle. Wenn beispielsweise das sogenannte „Planschbecken“ zwischen dem Haus der Jugend und dem rbz, für Kinder, Jugendliche und Erwachsende attraktiv ist, dann ist viel erreicht. Das Jugendparlament hat erreicht, dass dort ein Pumptrack entsteht und die Skater Anlage aufgewertet wird. Der Kinderspielplatz bietet Kindern und Eltern einen attraktiven Treffpunkt. Wir ältere Mitbürger*innen freuen uns an der Parkatmosphäre.
Durch einen Boule Platz, einen vernünftigen Wetterschutz mit Sitzgelegenheit, gute WC Anlagen und eventuell einem öffentlichen Grillplatz kann die Begegnung der Generationen erweitert werden. Solche kombinierten Begegnungsmöglichkeiten braucht Itzehoe an unterschiedlichen Standorten der Stadt. Immer so gestaltet, dass die Barrierefreiheit gegeben ist um niemanden auszuschließen.

Nicht vergessen werde ich die Seniorinnen und Senioren, die im Alter durch zu geringe Renten in ihrem täglichen Leben eingeschränkt sind. Wir brauchen niederschwellige Angebote zur Unterstützung bei der Teilhabe. Günstige Möglichkeiten für kulturelle Angebote, Sport und Schwimmbad. Aber auch geeigneten günstigen Wohnraum.

Gerade bei der Auswahl des eigenen Wohnraums sollte die Stadt durch Beratung unterstützen. Viele Menschen scheuen sich, ihre bisherige große Familienwohnung oder das eigene Haus zugunsten einer kleineren Wohnung zu verlassen. Neben dem Gewinn an Lebensqualität durch geeigneterem Wohnraum gewinnt die Stadt zusätzliche Wohnfläche für Familien. Neue, genossenschaftliche Bauprojekte, mit Mehrgenerationen Häusern oder Quartieren, könnten hier ein Baustein der nahen Zukunft sein.

Wir können in Itzehoe auf unterschiedliche Akteure für Interessen der älteren Generation bauen. In Stadtteilen haben sich Seniorentreffs lange etabliert, Vereine werden oft direkt von Senior*innen mit organisiert und der Seniorenrat ist direkter Ansprechpartner im Rathaus. Wenn diese Gruppen sich bei der Ausgestaltung des städtischen, generationenübergreifenden Lebens einbringen, dann haben wir eine gute Grundlage für unsere weiterhin älter werdende Gesellschaft.

Als sogenannte „Boomer Generation“ sind meine Frau und ich schon in wenigen Jahren Mitglied dieser Generation. Bis dahin aber hoffe ich noch zwei Amtsperioden als Bürgermeister die Stadt Itzehoe gestalten zu dürfen. Danach kann ich dieses Gestalten als Senior in meiner Freizeit bestimmt weiter tun.

Itzehoe, eine Stadt für die Menschen

Ihr,

Manfred Sallach


Manfred Sallach

Manfred Sallach

Meine Familie und ich leben seit über zwanzig Jahren im Kreis Steinburg. Jetzt in Itzehoe. Ich bin politisch bei den Grünen aktiv, arbeite hauptsächlich als Lehrer und engagiere mich für Entwicklungsarbeit zusammen mit dem SES Bonn. Zusätzlich pflege ich Partnerschaften zu Tansania um die dortige Entwicklung zu unterstützen. Meine Interessen sind der Energiewandel und damit auch die Elektromobilität.