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Ziel: 2023 Ratsversammlung Itzehoe
Sonntag, 09. Mai 2021 | Geschrieben von: msallach

Wir brauchen keine A20 Elbquerung

Wir brauchen keine A20 Elbquerung

Ein Kernthema Grüner Politik ist der vernünftige Umgang mit Forderungen nach neuen Straßen. Dazu gehört es auch, dass alte Ideen und Projekte wie die A20 neu gedacht werden müssen. Zur Zeit der Wiedervereinigung Deutschlands mag es eine wichtige Maßnahme gewesen zu sein, mit einer neuen Autobahn Ost- und Westdeutschland besser zu verbinden. Damals war wirtschaftlicher Aufbau gedanklich fest mit dem Bau von Straßen und der Steigerung des LKW- und PKW Verkehrs verbunden.

Dieser Gedanke ist heute längst überholt. Genauso wie das uralte Bild vom „rauchenden Schornstein“ aus den 1950er Jahren. Heute würde sich niemand mehr qualmende Schlote als positives Zeichen für Wirtschaftswachstum betrachten.

Der Ansatz der A20 Befürworter, dass nur mehr LKW Verkehr auf die Straße zu bringen wären um die Wirtschaftskraft zu steigern, ist falsch. Mehr Straßenbau und mehr Verkehr bringen mehr Lärm, Flächenversiegelung, Artensterben und klimaschädliche Abgase.

Genauso wie bei der Umstellung industrieller Produktion hin zu energiesparenden und umweltverträglicheren Verfahren ist es auch bei der Verkehrswende nicht einfach neue, bessere Wege zu gehen.

Ein oft genannter Grund für den Bau des A20 Elbtunnel ist, dass dann mehr Gütertransport zwischen Skandinavien und Südeuropa möglich wird. Dadurch fahren dann deutlich mehr schwere Lastwagen quer durch Schleswig Holstein und blasen CO2 sowie andere Schadstoffe aus.

Zusätzlich würden die Regionen nördlich und südlich der Elbe besser miteinander verknüpft und der motorisierte Individualverkehr (MIV) gesteigert.

Ich sage, diese zusätzlichen Umweltbelastungen brauchen wir nicht, ja sie passen nicht einmal mehr in die Zeit konservativer Politik. Wir alle sollten mittlerweile begriffen haben, dass wir die Klimaentwicklung nur durch konsequentes Umdenken und CO2 neutrale Lebensweise bremsen können.

Zwei wesentliche Punkte, die mich als zukünftiger Bürgermeister für Itzehoe dabei bewegen möchte ich nennen. Viele weitere wichtige Gedanken sind schon auf der gestrigen A20-Demo von ca. 70 Radfahrenden ab Bahnhof Herzhorn, genannt worden.

Gütertransporte, gerade über weite Strecken, müssen vorwiegend auf die Schiene verlagert werden. Durch weniger LKW auf den Fernverbindungen werden diese Straßen dann direkt entlastet, so dass neue Autobahnen oder Erweiterungen überflüssig sind. Wir müssen es also schaffen, die Transportlogistik so zu digitalisieren, dass sinnvolle Übergänge zwischen Zug und LKW ökonomisch sind.
In der Schweiz geht das übrigens seit der Verfassungsänderung 1994 schon, warum nicht bei uns?

Für Itzehoe bedeutet dies, die Möglichkeiten des Gütertransportes auf der Schiene zu unterstützen, die Notwendigkeit von langen Transportwegen einzuschränken und eine bessere Bahnanbindung nicht nur für Transporte zu fordern.

Vieles davon kann zum Beispiel durch stärker regional orientierte Handlungsweise von uns allen passieren. Wenn ich regionale Produkte kaufe verhindere ich direkt lange Transportwege. Wenn ich in lokalen Geschäften kaufe, anstatt bei internationalen Lieferdiensten zu bestellen, verringere ich direkt LKW Transportwege. Wenn ich in der Nähe meines Arbeitsplatzes wohne, spare ich Zeit, Kosten und Emissionen beim täglichen Weg zur Arbeit ein. Wenn ich mir kein eigenes Auto leisten muss, weil es gute Carsharing und ÖPNV Leistungen sowie ein gutes Radwegenetz gibt, dann bin ich auf dem richtigen Weg.

Die vielen Möglichkeiten direkt in Itzehoe, durch uns Itzehoer*innen die CO2 Belastung zu senken, sind mir wichtiges Ziel als zukünftiger Bürgermeister.

Eine neue A20-Elbquerung passt da nicht rein. Die dort einzusparenden Milliarden Euro könnte Deutschland besser in die Schieneninfrastruktur investieren. Zumindest so lange, bis uns Menschen noch bessere, ökologische Möglichkeiten als die Schiene einfallen.
Mit einer neuen Bundesregierung ab Herbst 2021 und mir als Bürgermeister ab April 2022 sollte das gelingen.

Itzehoe, eine Stadt für die Menschen,

Ihr

Manfred Sallach


Manfred Sallach

Manfred Sallach

Meine Familie und ich leben seit über zwanzig Jahren im Kreis Steinburg. Jetzt in Itzehoe. Ich bin politisch bei den Grünen aktiv, arbeite hauptsächlich als Lehrer und engagiere mich für Entwicklungsarbeit zusammen mit dem SES Bonn. Zusätzlich pflege ich Partnerschaften zu Tansania um die dortige Entwicklung zu unterstützen. Meine Interessen sind der Energiewandel und damit auch die Elektromobilität.